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Lindenfest 28.08.2011

Geschichte

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Dreisbacher Geschichte - von den Anfängen um 1300 n.Chr. bis in die heutige Zeit. Hier lebten schon immer Menschen, die ihre Heimat liebten, und ihr Glück in dem kleinen Tal gefunden hatten. Schöne Zeiten, schwere Zeiten - für manche noch Erinnerung, für viele schon Vergangenheit. Auf den folgenden Seiten mit Berichten, Bildern und Episoden, blicken wir zurück auf 700 Jahre Dreisbacher Geschichte.

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Geschichte

Dreisbacher Geschichte - von den Anfängen um 1300 n.Chr. bis in ddb1900ie heutige Zeit. Hier lebten schon immer Menschen, die ihre Heimat liebten, und ihr Glück in dem kleinen Tal gefunden hatten. Schöne Zeiten, schwere Zeiten - für manche noch Erinnerung, für viele schon Vergangenheit. Auf den folgenden Seiten mit Berichten, Bildern und Episoden, blicken wir zurück auf 700 Jahre Dreisbacher Geschichte.


Die erste schriftliche Ersterwähnung des Ortes Dreisbach verdanken wir dem Kloster Lorsch.

In einer Urkunde aus dem Jahr 1300 wurde eine Schenkung festgehalten. Ein ehemaliger Pfarrer aus Wetzlar - namens Walther, vermachte seinen halben Hof zu Dreisbach an das Kloster Altenberg.

Schon damals hatten die Grafen von Solms in unserem Raum das Sagen. Allen Schenkungen dieser Zeit lag der Wunsch zugrunde, sich zu Lebzeiten die Fürsorge um sein Seelenheil zu sichern. Die Klöster hatten das Recht, den “Zehnten” einzutreiben und Fronarbeit zu verlangen.

Sicherlich ist die Ansiedlung aber schon älter, da Breitenbach schon 778 sowie Ober- und Niederlemp bereits 845 erste urkundliche Erwähnung finden. Kölschhausen hingegen wurde 1253 zum ersten Mal genannt.
Schon damals hatten die Grafen von Solms in unserem Raum das Sagen. Allen Schenkungen dieser Zeit lag der Wunsch zugrunde, sich zu Lebzeiten die Fürsorge um sein Seelenheil zu sichern. Die Klöster hatten das Recht, den “Zehnten” einzutreiben und Fronarbeit zu verlangen.
Der angewachsene Besitz des Grafen zu Solms wurde unter seine 3 Söhne aufgeteilt. Wilhelm I. wurde Graf zu Greifenstein und erhielt die Grafschaften zu den drei Flüßchen Dill, Lemp und Ulm.

17. Jahrhundert

1610 -Die Untertanen rotteten sich zu einer Verschwörung zusammen, um sich der schweren Belastungen zu entledigen. Doch die Hoffnungen erfüllten sich nicht und der 30-jährige Krieg brachte beide Seiten zum verstummen.

1618- 1648 Der 30-jährige Krieg brachte noch schlimmere Leiden durch fremde Truppen, die durch unsere Gegend zogen (Spanier und Schweden unter ihrem General Wallenstein).

1630 -Viele Menschen starben an Hunger.

1634 - Vertreiben die kaiserlichen Armeen die Schweden. Durch die Plünderungszüge wurden besonders Lemp, Dill- und Ulmdörfer schrecklich heimgesucht.

In diesen Notzeiten diente die Festung Greifenstein den Bewohnern der Umgebung als sicherer Zufluchtsort. Um die Festung noch weiter zu verstärken, wurden die Männer der Umgebung zur Arbeit eingeteilt. Aus einem Bericht aus dem Jahr 1632 geht hervor, daß aus Dreisbach sechs Männer eingeteilt waren.

1635 - Die Pest bricht aus. Die Greifensteiner Kirchenbücher geben erschreckende Auskünfte über diese Seuche.

1646 - Das Kloster Altenberg wird gänzlich ausgeplündert.

1648 - Die Bevölkerung unserer engen Heimat hatte sich durch den Krieg um die Hälfte verringert.

Die Fürsten, welche die Abstammung ihres Geschlechts von Gott herleiteten, sahen das Land und ihre Untertanen als Ihren Besitz an. Mit Nachdruck und Gewalt betrieben sie den Wiederaufbau, so daß sich das Land in verhältnismäßig kurzer Zeit wieder erholte. Um das Land steuerlich leistungsfähiger zu machen, versuchte der Fürst von Solms, Industrie und Gewerbe anzusiedeln.

1685 - Auch die Ansiedlung der Hugenotten durch den Grafen Wilhelm Moritz diente dazu.

Das Solmser Land wurde nach einer neuen Verwaltungsordnung in Amtsbezirke eingeteilt. Dreisbach wurde dem zuständigen Gerichtshof Ehringshausen zugeteilt. Aber auch in Dreisbach saß ein Steuereintreiber der Solmser, der dafür zu sorgen hatte, daß die Bauern ihren “Zehnten” ablieferten.

18. Jahrhundert

1737 - Der Solmser Graf wurde in den Fürstenstand erhoben. Am Hof wurde noch prunkvoller gelebt.

1759 - Im 7-jährigen Krieg, als die französischen Truppen mit 51.000 Soldaten den alliierten Truppen im Raum Wetzlar gegenüberstanden, mußten die beiden Heere von der hießigen Bevölkerung verpflegt werden. Sämtliche zur Verfügung stehenden Lebensmittel wurden beschlagnahmt.

19. Jahrhundert

1806 - Napoleon verfügt die Überführung allen kirchlichen Besitzes in Staatseigentum. Neue Landesherren wurden die von Napoleon eingesetzten Herzöge von Nassau.

1808-Die Leibeigenschaft wurde aufgehoben. Es wurden alle Gesetze außer Kraft gesetzt, welche den Bauern starke Beschränkungen auferlegt hatten. Damit wurden aus abhängigen Untertanen freie Bauern.

1815 - Für die “Lemper” war die Herrschaft der Nassauer aber nur von kurzer Dauer. Auf dem Wiener Kongreß wurde das frühere “solmsische Land” Preußen zugesprochen.

1822 - Der Kreis Wetzlar entsteht. Dem Solmser Fürsten werden aber noch große Rechte eingeräumt. Diese Rechtsbeteiligung hatte aber nur bis zur deutschen Revolution im Jahre 1848 Bestand.

1848 - Deutsche Revolution. Durch die Besetzung des Braunfelser Schlosses erzwangen erboßte Bauern den Rücktritt des Fürsten von allen Regierungsrechten.
Im gleichen Jahr setzte eine Auswanderungswelle nach Amerika (Texas) ein, die auch viele Familien der Lemp betraf. Allein aus Dreisbach waren es 19 Personen mit Kindern (Gründung von Neu-Braunfels).
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ab 1850 - Die politischen Verhältnisse wurden überschaubar und allmählich kehrte mit der bekannten preußischen Gründlichkeit eine verwaltungsmäßige und wirtschaftliche Ordnung ein. Die Rheinprovinz, ein Teil Preußens, gliederte sich in regionale Bezirke und der Bezirk Koblenz, zu welchem wir gehörten, in Kreise. Der Kreis Wetzlar wiederum in Ämter. Für uns Amt Aßlar, mit Sitz in Ehringshausen.

1870/71 - Nach dem deutsch-französischen Krieg wurde im Schloß von Versailles der Preußenkönig Wilhelm von Bismarck zum deutschen Kaiser Wilhelm I. gekrönt. Die Kleinstaaterei war hiermit zu Ende.

1888 - Nach dem Tod des Kaisers, kam sein Sohn Friedrich auf den Thron. Durch Krankheit regierte er jedoch nur wenige Tage. Noch im selben Jahr folgt Ihm der Enkel des alten Kaisers, Wilhelm II. auf den Thron.

20. Jahrhundert

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Gemeinsam anpacken - Dreisbacher Bürger leisten freiwillige Arbeitsstunden beim Pflastern vor dem Dorfgemeinschaftshaus. Von links nach rechts: Werner Lipp, Benno Basseng, Bürgermeister Eberhard Niebch, Werner Krause, Jürgen Henrich, Erhard Illig, Ortsvorsteher Karl-Heinz Eckhardt, Karl-Heinz Hoffmann, Willi Troß

Gedicht von Hermann Messcherschmidt (700-Jahr-Feier)

Gedicht zur 700 Jahrfeier von Dreisbach am 28.4.2000

Liebe Gäste, liebe Dreisbacher!
Heute könnt ihr was erfahren,
wie es war vor 75 Jahren.
Ich hab es selbst noch miterlebt,
drum Nostalgie darüber schwebt.

In Mundart folgt nun der Bericht und ist gereimt als ein Gedicht.

Die Ewerschrift heest: Su wa’sch duemuls vir 75 Juhr.
En alles wa’s ich sa’es wur.
Die Schossi wa’r na’ch nett gebaut.
Die Inflation noch kaum vertraut.
De eschte Weltkrich kaum vebei.
Sicks Minner lese ihr Läwe debei.
Die Frau’nzuse besezte des Rheinland en die Ruhr
duemuls vir 75 Juhr.
Des Gäld wa’r knapp en Jieder musst span,
De Hitler däet putsche, en München, su en Wa’hn.
En Schul lände mer  ausawinnich
vue Wilhelm Tell de „Rüttlischwur“
duemuls vir 75 Juhr.
De Schum’aster Wörner däet die Kenn unnerichte,
en Deutsch, en Rächel en aach en Geschichte.
All sasse mer dicht beiena:
geschriwwe wa’d mit em Griffel,
of e Tafel aus  Schiwwersta’
En ga’bs muel wa’s mirrem  Stäcke,
die Kenn bliwwe stur
duemuls vir 75 Juhr.
Geweche wa’d alles blus mit de Hinn,
due leef de Schwass hera’b bis ues  Kinn.
Niemand west was vue  Evidur
duemuls vir 75 Juhr.
Zum Frisier se gieh  wa’er viel se deuer,
Huenschneire däet mer deha’m em Gemäuer.
Me benotzte kann’ Schmpoo we i hau vir des Huer
duemuls vir 75 Juhr.
Die Poste wa’d we-i hau vue Ehen’chause gebroocht,
durch en Bre’ibtrecher, mit Fa’era’d en Ra’nze bedoocht.
Woar schie Wärrer ma’ch mer Sonntag’s e Duer
duemuls vir 75 Juhr. Nooch  Belleschdorf owwer nooch Baleschbach,
Alle Vielcher wa’en schu wach.
We i  wonnerschie wa’er die Natur
duemuls vir 75 Juhr.
En Bach ga’bs na’ch Kräwes en Forelle,
weil’s Wasser wa’er sauwer, of alle Felle.
We i en Spiel woasch se kulr,
duemuls vir 75 Juhr.
Mer hat ka’n Radio en ka’n Fernsehapperat.
Nur die Städter harre schun e Bad.
Duefir he mer a’wwer viel gesunge,
zwastemich, en Moll en aach en   Dur
duemuls vir 75 Juhr.
Die Leu woan sefriere mit diem wa’s se harre,
an mer hat aach noch Respeckt viem Parre.
Vuem Waldstärwe hat mer noch naut gehett.
Die Viel sunge ewwerall um die Wett.
Richtig schie woasch na’ch en Waald en Flur
duemuls vir 75 Juhr.
Mer velees sich of  ka’n Wärrerbericht
en schmierte sich a’ch ka’ Crem ens Gesicht.
Sonntags mojens ging mer en die Kerch,
um de i Zeit la’che die Schoof  noch roich em Perch
Gewehnlich em Juni woar escht die Schur
duemuls vir 75 Juhr.
Bei Katzewätt, en de Dill wude se gewescht,
die Häid zug duhie, vebei ue Buche en Esche.
Die Minner sta’nne em Wasser mit voller Montur,
duemuls vir 75 Juhr.
Es ga’b em Dorf 40 Häuser, durchlaufend nummeriert.
Sonnowens wa’dde die Schou mit Schoufett geschmiert.
Es ga’b noch ka’Bachstrueß en vuem Schönblick wusst mer naut,
mier saare defier froier „Wolfskaut“.
Alle Flurnome woan bekannt, doas  musst  mer schu wesse
wollt mer beschreiwe sei Land.
Es gieb noch ma’nches vue freuer se sa’,
aach däs die Leu kome decker beina’
Sich gejeseitig  hälfe lag’ en ihrer Natur
duemuls vir 75 Juhr.
Viel  hot sich geinnert, doch Gott es immer de Gleiche gebliwwe
hot mit die Drasbacher geschriwwe en of  sei Wa’tt
soll mer hau na’ch luen, en ach na’ch nue’ 75 Juhn.